Schädlingsbekämpfung Bonn: Meldewege, Pflichten und Vorbeugung
Eine eigene Bonner Rattenverordnung haben wir nicht gefunden, wohl aber eine Straßenordnung mit Fütterungsverboten und eine klare Aufteilung der Zuständigkeiten. Hier lesen Sie, an wen Sie sich in Bonn wenden, was die Schädlingsbekämpfung Bonn für Mieter und Eigentümer bedeutet und wie Sie Befall vorbeugen.
Warum Ratten in Bonn leichtes Spiel haben
Das städtische Kanalnetz ist nach Angaben der Stadt Bonn über 1.000 Kilometer lang. Die Stadt nennt auch den Hauptgrund für Ratten im Untergrund: Viele Menschen spülen Speisereste über die Toilette weg. In undichten Abwasserrohren finden die Tiere dann geschützte Nistplätze, bei denen das Futter quasi mitgeliefert wird. Grobe Schätzungen gehen von zwei bis drei Ratten je Einwohner aus, die Stadt selbst nennt das ausdrücklich eine Schätzung.
Dazu kommt das Klima. Bonn zählt zu den wärmsten Regionen Deutschlands, das Januarmittel liegt bei 2,0 Grad, und im Sommer ist die Innenstadt im Talkessel deutlich wärmer als das Umland. Milde Winter bremsen Nager und Insekten weniger als anderswo. Für die Schädlingsbekämpfung Bonn heißt das: Ein Befall kann zu jeder Jahreszeit auftreten, nicht nur im Herbst.
Kurpark Bad Godesberg: ein Beispiel aus der Praxis der Stadt
Im Sommer 2023 gingen bei der Stadt vor allem Beschwerden über Ratten im Kurpark von Bad Godesberg ein, berichtete der General-Anzeiger. Die Stadt legte direkt nach den ersten Meldungen Köder aus und begann mit der Bekämpfung in der Kanalisation. Gleichzeitig bat sie die Bürger, das Fütterungsverbot für Tauben und Wasservögel zu beachten und keinen Müll neben die Behälter zu stellen.
Das Beispiel zeigt, wie die Arbeit in Bonn verteilt ist. Im Park und im Kanal handelt die Stadt mit einer beauftragten Fachfirma, die Köderstationen aufstellt und kontrolliert. Hört der Befall aber an der Grundstücksgrenze nicht auf, sind die Anlieger selbst gefragt. Die Stadt rät, mit den Nachbarn zu sprechen und gemeinsam zu beködern, denn Ratten wandern von Garten zu Garten. Eine Rattenbekämpfung für mehrere Häuser einer Straße übernimmt die Schädlingsbekämpfung Bonn gern.
Bürgerdienste, Tiefbauamt, Naturschutz: Ihre Ansprechpartner in Bonn
Welche Stelle in Bonn zuständig ist, hängt davon ab, wo das Problem auftaucht. Nach den Angaben der Stadt gilt diese Übersicht:
- Ratten auf öffentlicher Fläche: Bürgerdienste, Abteilung Ordnungs-, Markt- und Gewerbeangelegenheiten im Stadthaus, Berliner Platz 2, Telefon 0228 772545 oder rattenmeldungen@bonn.de, auch per Online-Formular.
- Ratten in der Kanalisation: Tiefbauamt der Stadt Bonn.
- Ratten auf dem eigenen Grundstück: Eigentümer oder Hausverwaltung, die Stadt empfiehlt ein Fachunternehmen.
- Hornissen, Hummeln, Wildbienen: Untere Naturschutzbehörde, Stadthaus Etage 9 B, Telefon 0228 773526, naturschutz@bonn.de.
- Asiatische Tigermücke: Meldung über den Mückenatlas, das Angebot der KABS oder das RKI-Projekt ZEMEKI.
Ungeziefer in der Bonner Mietwohnung: Mieterrechte
Ein Urteil aus Bonn wird bis heute in Ratgebern zitiert. Das Amtsgericht Bonn entschied am 8. Februar 1985 (Az. 6 C 277/84), dass ein Mieter auch in der Großstadt eine ungezieferfreie Wohnung erwarten darf. Eine Klausel, nach der der Mieter die Wohnung auf eigene Kosten frei von Ungeziefer halten muss, schließt eine Mietminderung nicht aus, wenn die Ursache außerhalb seiner Wohnung liegt.
Grundsätzlich gilt ein Befall nach § 536 BGB als Mangel, der die Miete mindern kann. Der Vermieter muss zuerst Gelegenheit bekommen, den Mangel zu beseitigen, deshalb sollten Mieter einen Befall sofort schriftlich melden. Regelmäßig anfallende Kosten für Ungezieferbekämpfung zählen nach § 2 Nr. 9 Betriebskostenverordnung zu den umlagefähigen Betriebskosten. Ein schriftlicher Bericht über die Schädlingsbekämpfung Bonn hilft, Ursache und Kosten sauber zu klären.
Wespen und Hornissen in Bonn: was erlaubt ist
Die Stadt Bonn formuliert es deutlich: Wer ohne Genehmigung ein Nest von Hornissen, Hummeln oder Wildbienen entfernt oder die Tiere tötet, macht sich strafbar. Diese Arten sind besonders geschützt, Eingriffe sind nur in Ausnahmefällen und mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde möglich. Abgetötet werden darf nur im echten Notfall, etwa bei einer Insektengiftallergie oder einem Nest in Räumen von Kleinkindern, und nur wenn eine Umsiedlung technisch nicht geht.
Bei der Gewöhnlichen und der Deutschen Wespe braucht es in Bonn keine Genehmigung, grundlos zerstören darf man die Nester trotzdem nicht. Die Flugzeit reicht von April bis Oktober, mit dem ersten Frost stirbt das Volk ab. Die Stadt rät, den leeren Hohlraum im Herbst oder Winter zu verschließen. Wer ein Wespennest entfernen lassen möchte, sollte daher zuerst von der Schädlingsbekämpfung Bonn die Art bestimmen lassen. Sorgen bereitet die Asiatische Hornisse: Seit März 2025 gilt sie als etabliert, Nester auf Privatgrund müssen Betroffene selbst und auf eigene Kosten von Fachleuten entfernen lassen.
Bonner Straßenordnung: Tauben, Wasservögel und Nutrias
Nach § 5 Absatz 3 der Bonner Straßenordnung dürfen verwilderte Haustauben und Wildtauben im ganzen Stadtgebiet nicht gefüttert werden. Futter für andere Vögel muss so ausgelegt werden, dass Tauben nicht herankommen. Absatz 4 verbietet das Füttern von Wasservögeln und Nutrias an öffentlichen Teichen, Seen und am Rhein. Die Straßenordnung sieht dafür eine Geldbuße von bis zu 1.000 Euro vor. Liegengebliebenes Futter lockt auch Ratten an, das Verbot ist damit zugleich Vorbeugung.
Für den eigenen Haushalt nennt die Stadt Bonn einfache Regeln gegen Ratten:
- Keine Lebensmittel in Waschbecken oder Toilette entsorgen.
- Nur geschlossene Komposter verwenden, Mülltonnen immer verschlossen halten.
- Tierfutter in dicht schließenden Behältern lagern, gut gefüllte Vogelhäuschen meiden.
- Öffnungen, Schlupflöcher und Leitungsdurchführungen am Haus verschließen.
- Grundstück pflegen, Wiese und Gehölze kurz halten, kein Gerümpel als Versteck.
Tigermücke in Bonn: Fund in Oberkassel
Mit einem Fund in Bonn ist die Asiatische Tigermücke 2025 offiziell in Nordrhein-Westfalen angekommen, berichtete der General-Anzeiger. Die erste etablierte Population lebt laut Stadt in Bonn-Oberkassel. Seit Ende August 2025 stehen dort Fallen an sechs Standorten, später kam das ganze Stadtgebiet dazu. Ausgewählt wurden Orte nahe Autobahnen und Rhein, denn entlang dieser Routen reist die Mücke als blinder Passagier mit.
Wenige Milliliter Wasser reichen ihr zur Vermehrung. Die Stadt bittet deshalb: Untersetzer und Gießkannen leeren, Regentonnen mit mückensicheren Netzen abdecken, Vogeltränken mindestens einmal pro Woche wechseln. Brüten Tauben auf Ihrem Balkon oder Sims, hält die Schädlingsbekämpfung Bonn sie mit Netzen, Spikes und Spanndrähten fern. Wer sich lieber selbst um Vorbeugung kümmert, bekommt von uns konkrete Tipps zum eigenen Haus.
Stand der Angaben: 17. Oktober 2026
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