Schädlingsbekämpfung Frankfurt: Regeln, Ämter und Tipps im Überblick
Frankfurt am Main hat eigene Zuständigkeiten, die sich von vielen anderen Städten unterscheiden: Ratten meldet man hier nicht beim Gesundheitsamt, sondern beim Ordnungsamt, bei der Stadtentwässerung oder beim Grünflächenamt. Was für die Schädlingsbekämpfung Frankfurt sonst noch gilt, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.
Fachwerk, Main und Messe: was Frankfurt für Schädlinge bietet
Rund 14.500 Gebäude in Frankfurt stammen aus der Zeit vor 1919, etwa 3.000 davon sind Fachwerkhäuser, allein in der Höchster Altstadt stehen rund 400. Unter den Straßen verläuft ein öffentliches Kanalnetz von 1.600 Kilometern, das die Stadtentwässerung selbst mit der Strecke von Frankfurt nach London und zurück vergleicht. Mehr als 40 Prozent der Stadtfläche sind Parks und Landschaftsschutzgebiete, dazu kommt der Main mitten durch die Stadt.
Hinzu kommen jedes Jahr 1,5 bis 2,5 Millionen Messegäste und rund 53 Millionen Fluggäste. Das hessische Verbraucherportal nennt Hotels, Flugzeuge und Bahnen ausdrücklich als Orte, an denen Bettwanzen auftreten. Für die Schädlingsbekämpfung Frankfurt heißt das: Neben dem Hof und dem Keller gehört auch der Koffer nach der Reise zu den Stellen, die wir uns ansehen.
Rattenbefall in Frankfurt: die Anzeigepflicht aus der Landesverordnung
Grundlage ist die hessische Verordnung über die Bekämpfung tierischer Schädlinge vom 18. Mai 1971, die laut Landesrechtsportal bis heute gilt. Nach § 1 müssen Eigentümer bebauter Grundstücke, aber auch von Kanalisationen, Gärten, Lagerplätzen oder Hafenanlagen einen Rattenbefall unverzüglich der Gemeinde anzeigen und die Tiere bekämpfen. Die Bekämpfung ist so lange zu wiederholen, bis alle Ratten beseitigt sind. Mit in der Pflicht steht laut § 1 Abs. 2 auch, wer ein Grundstück tatsächlich nutzt oder beherrscht.
Vor der Bekämpfung sind nach § 4 Küchen- und Futterabfälle, Müll und Gerümpel wegzuräumen. Nach § 8 kann die Stadt verlangen, dass Sie mitteilen, was unternommen wurde und ob der Befall weg ist. Die Stadt hat zwischen 2022 und 2024 jährlich zwischen 205 und 261 Rattenmeldungen erhalten, 2025 waren es bis Mitte Oktober 215. Eine dokumentierte Rattenbekämpfung in Frankfurt hilft Ihnen, diese Auskunft lückenlos zu geben.
Ordnungsamt, SEF oder Grünflächenamt: Meldewege in Frankfurt am Main
Welche Stelle zuständig ist, hängt davon ab, wo die Ratten auftauchen. So beschreibt es die Stadt auf ihrem Portal:
- Privatgrundstück: Der Eigentümer beauftragt selbst einen Kammerjäger. Das Ordnungsamt prüft, ordnet an und lässt bei Untätigkeit auf Kosten des Eigentümers bekämpfen.
- Mietwohnung: Mieter fordern zuerst den Vermieter schriftlich auf. Weigert er sich, hilft das Ordnungsamt, die Kopie der Aufforderung muss dabei vorliegen.
- Öffentliche Plätze und Straßen: Ordnungsamt, Telefon 069 212-47611.
- Kanalisation: Stadtentwässerung Frankfurt am Main (SEF), Telefon 069 212-31053 oder 069 212-32907.
- Parks und Grünanlagen: Grünflächenamt, Hotline 069 212-30991.
Mieten in Frankfurt: wann Ungezieferkosten umgelegt werden dürfen
Die Betriebskostenverordnung zählt in § 2 Nr. 9 die Kosten der Ungezieferbekämpfung ausdrücklich mit auf. Der Interessenverband Mieterschutz, der eine Geschäftsstelle in Bornheim betreibt, schränkt das ein: Umlegbar seien nur regelmäßige Maßnahmen. Eine einmalige Rattenbekämpfung zahle der Vermieter selbst. In gemischten Wohn- und Geschäftshäusern gingen regelmäßige vorbeugende Einsätze nur für einzelne Einheiten, etwa eine Gaststätte, allein zu Lasten dieser Mietpartei.
Beeinträchtigt ein Befall das Wohnen, kann nach § 536 BGB eine Minderung der Miete in Frage kommen, deren Höhe immer vom Einzelfall abhängt. Ein schriftlicher Bericht der Schädlingsbekämpfung Frankfurt über Befund und Maßnahmen ist dafür eine gute Grundlage, ebenso für das Gespräch mit der Hausverwaltung.
Wespennest oder Hornissen: das Frankfurter Umweltamt entscheidet
Hornissen, Hummeln und Wildbienen sind nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, ihre Nester dürfen nicht beschädigt oder zerstört werden. Wespen stehen unter dem allgemeinen Artenschutz und dürfen nur mit vernünftigem Grund bekämpft werden. Frei hängende Nester sind laut Landesportal in aller Regel kein solcher Grund. Anders kann es bei einem Nest direkt am Fenster, an der Haustür oder bei Allergikern im Haushalt aussehen.
In Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern ist die untere Naturschutzbehörde zuständig, in Frankfurt sitzt sie im Umweltamt. Der Antrag ist formlos und nennt Insektenart, Lage des Nestes, Begründung, Termin und die beauftragte Firma. Die Genehmigung einer Umsiedlung ist laut Land gebührenfrei, für die Tötung eines Volkes ergeht ein kostenpflichtiger Bescheid. Bevor die Schädlingsbekämpfung Frankfurt ein Wespennest entfernt, bestimmen wir deshalb immer zuerst die Art.
Vorbeugen in Frankfurt: was Stadt und Land empfehlen
Am Beispiel der Siedlung Westhausen hat der Magistrat im April 2026 beschrieben, woher Ratten kommen: aus schlecht organisierten Müllplätzen in Wohnanlagen und weggeworfenen Essensresten. Mit diesen Punkten machen Sie Ihr Haus für Schädlinge unattraktiv:
- Keine Speisereste über Toilette oder Spüle entsorgen, darauf weist die Stadtentwässerung ausdrücklich hin.
- Müllsäcke nie neben die Tonne stellen, Deckel geschlossen halten, Bioabfall täglich aus der Wohnung bringen.
- Tierfutter und Vorräte in dicht schließenden Behältern lagern.
- Komposthaufen mit Lebensmittelresten mit engmaschigem Drahtgitter sichern.
- Ritzen, Löcher und Rohrdurchführungen im Keller fest verschließen lassen.
Tauben, Tigermücke und Eichenprozessionsspinner in Frankfurt
Im öffentlichen Raum gilt in Frankfurt schon seit 1970 ein Fütterungsverbot für Tauben, festgelegt in § 5 Nr. 5 der Gefahrenabwehrverordnung. Wer trotzdem füttert, riskiert eine Anzeige mit 120 Euro Bußgeld plus Gebühren. Die Stadt begründet das auch mit Schadnagern, die von liegengebliebenem Futter angelockt werden. Gegen Tauben am eigenen Haus helfen Netze, Spikes und Spanndrähte, die die Schädlingsbekämpfung Frankfurt fachgerecht montiert.
Im Sommer 2025 hat das Gesundheitsamt in Frankfurt erste Populationen der Asiatischen Tigermücke nachgewiesen. Das Gesundheitsamt in der Breiten Gasse 28 sammelt verdächtige Mücken für sein Monitoring. Gegen den Eichenprozessionsspinner hat das Grünflächenamt 2026 rund 1.600 städtische Eichen behandelt und trotzdem Spielplätze wie den Waldspielpark Tannenwald zeitweise sperren müssen. Private Eigentümer erhalten am Umwelttelefon unter 069 212-39100 Adressen von Fachfirmen.
Stand der Angaben: 17. Oktober 2026
Quellen zu den Angaben auf dieser Seite