Wissen zur Schädlingsbekämpfung Köln: Regeln, Ämter, Kosten
Statt einer eigenen Rattenverordnung setzt Köln auf klare Zuständigkeiten und eine Stadtordnung mit Fütterungsverboten. Hier lesen Sie, wer in Köln wofür zuständig ist, was die Schädlingsbekämpfung Köln für Mieter und Eigentümer bedeutet und wie Sie Befall vorbeugen.
Kanalnetz, Rhein und Gastronomie: Kölns Nährboden für Nager
Unter Köln verlaufen nach Angaben der Stadtentwässerungsbetriebe 2.421 Kilometer Kanal mit fast 60.000 Schächten und mehr als 100.000 Straßenabläufen. Abgeleitet wird das Abwasser fast vollständig im Mischsystem. Zwei Kölner Schädlingsbekämpfer wiesen 2025 im Kölner Stadt-Anzeiger zudem auf tote Leitungen hin, die seit dem Zweiten Weltkrieg im Netz liegen und Ratten Rückzugsräume bieten.
Oben drauf kommen die Gastronomie und das milde Klima. Achtlos weggeworfene Essensreste locken Nager an, als besonders anfällig nannten die Fachleute die Altstadt und das Umfeld des Doms. Mit einem Januarmittel von 3,0 Grad gehören Kölns Winter zu den mildesten in Deutschland. Fair bleibt die Einordnung der Stadt: Grundsätzlich sei Köln nicht anfälliger für Ratten und Mäuse als andere Städte. Für die Schädlingsbekämpfung Köln heißt das trotzdem: Befall ist hier kein reines Sommerthema.
Ratten auf Privatgrund in Köln: Pflichten der Eigentümer
Eine eigene Kölner Rattenverordnung mit Meldepflicht haben wir nicht gefunden. Die Stadt stützt sich auf die allgemeine Gefahrenabwehr: Grundstückseigentümer müssen Gefahren beseitigen, die von ihrem Grundstück ausgehen, und dazu gehört ausdrücklich die Rattenbekämpfung. Bei Befall im privaten Bereich verweist die Stadt direkt auf einen Schädlingsbekämpfungsdienst.
Wie ernst das Ordnungsamt das nimmt, zeigte Anfang 2025 ein Fall in der Hochwaldstraße in Sülz. Nach einer Beschwerde stellte der Ordnungsdienst akuten Befall fest. Üblich ist zuerst ein Schreiben an den Eigentümer, bei akutem Befall eröffnet die Stadt gleich ein Verfahren mit Anhörung. Bleibt der Eigentümer untätig, folgen Ordnungsverfügung und Zwangsgeld, im letzten Schritt beauftragt die Stadt selbst einen Schädlingsbekämpfer, auf Kosten der Betroffenen. Wer früh handelt und die Rattenbekämpfung bei der Schädlingsbekämpfung Köln in Auftrag gibt, kommt diesem Verfahren zuvor.
Ordnungsamt, Gesundheitsamt oder StEB: wer in Köln zuständig ist
In Köln hängt die richtige Stelle davon ab, wo die Ratten auftauchen. Für die Schädlingsbekämpfung Köln gilt nach den Angaben der Stadt diese Übersicht:
- Ratten auf privater Fläche: Amt für öffentliche Ordnung im Kalk Karree, Servicetelefon 0221 / 221-32000, am besten mit Foto, Straße und Hausnummer.
- Ratten auf öffentlicher Fläche: Gesundheitsamt, Telefon 0221 / 221-24712.
- Ratten im Kanal: Stadtentwässerungsbetriebe Köln, Telefon 0221 / 221-268 68.
- Städtische Grundstücke und Einrichtungen: Desinfektoren- und Schädlingsbekämpferstelle am Neumarkt, Telefon 0221 / 221-27758. Sie bekämpft nur dort, nicht auf Privatgrund.
- Tigermücke: Fund mit Foto und Fundort an tigermuecke@stadt-koeln.de.
Schädlinge in der Kölner Mietwohnung: wer zahlt was?
Schädlinge in der Mietwohnung gelten grundsätzlich als Mangel der Mietsache, so der Deutsche Mieterbund im Kölner Stadt-Anzeiger. Der Vermieter muss für Abhilfe sorgen, der Mieter muss einen Befall umgehend melden. Wer das versäumt, haftet unter Umständen für Folgeschäden, etwa wenn Ratten Leitungen annagen. Ist die Wohnung spürbar beeinträchtigt, kann nach § 536 BGB eine Minderung der Miete in Frage kommen, die Höhe hängt vom Einzelfall ab.
Laufende Kosten der Ungezieferbekämpfung darf der Vermieter nach § 2 Nr. 9 Betriebskostenverordnung auf die Mieter umlegen. Wie schnell das ins Geld gehen kann, erlebten 2022 Mieter am Kölnberg in Meschenich, deren Nebenkostenabrechnung nach einer Rattenplage deutlich höher ausfiel. Eine schriftliche Dokumentation der Schädlingsbekämpfung Köln hilft beiden Seiten, Kosten sauber zuzuordnen.
Hornissennest in Köln: die Untere Naturschutzbehörde entscheidet
Europäische Hornissen, Hummeln, Wildbienen und einige Wespenarten sind besonders geschützt. Ihre Nester dürfen in Köln nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde am Willy-Brandt-Platz in Deutz umgesiedelt oder entfernt werden. Dafür reichen Sie ein Antragsformular und aussagekräftige Fotos von Tieren und Neststandort ein. Vor einer Abtötung verlangt die Stadt einen Fachkundenachweis der ausführenden Person.
Bei der Gemeinen und der Deutschen Wespe ist keine Genehmigung nötig, ein vernünftiger Grund aber schon, etwa ein Nest in der Wand eines Kinderzimmers. Die Stadt rät von Wespenfallen ab. Wer ein Wespennest entfernen lassen will, sollte deshalb zuerst die Art bestimmen lassen. Neu im Blick ist die Asiatische Hornisse: Sie baut schon ab Februar, ihre großen Nester hängen meist hoch in Baumkronen, Sichtungen nimmt die Untere Naturschutzbehörde unter 0221 / 221-22326 entgegen.
Kölner Stadtordnung: Fütterungsverbot und Vorbeugung
Nach § 19 der Kölner Stadtordnung dürfen verwilderte Haustauben und Wildtauben im gesamten Stadtgebiet nicht gefüttert werden, auch nicht durch Futter, das für andere Tiere ausgelegt ist und Tauben erreichen können. § 20 verbietet das Füttern von Wasservögeln und Fischen an öffentlichen Gewässern. Verstöße können mit einer Geldbuße bis zu 1.000 Euro geahndet werden. Liegengebliebenes Futter lockt auch Ratten an, deshalb ist das Verbot ein Stück Vorbeugung.
Die Stadt Köln nennt dazu einfache Regeln, die jeder Haushalt umsetzen kann:
- Keine Essensreste auf den Kompost, nur geschlossene Komposter verwenden.
- Küchenabfälle in verschlossenen Tüten entsorgen, Tonnendeckel immer schließen.
- Müllsäcke erst am Abholtag an die Straße stellen.
- Keine Lebensmittel in die Toilette, sie locken Ratten aus dem Kanal.
- Ritzen und Löcher im Haus abdichten, Vorräte fest verschlossen lagern.
Tigermücke und Eichenprozessionsspinner in Köln
Die Asiatische Tigermücke wurde 2025 in vier Kölner Stadtteilen gefunden, bis Anfang Oktober 2026 waren es nach Angaben der Stadt bereits sieben. Eine unmittelbare Gesundheitsgefahr sieht das Gesundheitsamt nicht, es bittet aber um Mithilfe: Wasser in Untersetzern, Eimern und Gießkannen einmal pro Woche ausleeren, Regentonnen dicht abdecken, Regenrinnen frei halten. Funde gehen per Mail an das Gesundheitsamt oder an den Mückenatlas.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sitzen laut Stadt im ganzen Stadtgebiet an Trauben- und Stieleichen, im Sommer 2026 etwa am Fühlinger See. An Spielplätzen und stark besuchten Grünanlagen lässt das Grünflächenamt sie absaugen. Auf Privatgrund müssen Eigentümer den Befall beseitigen lassen, wenn die Allgemeinheit gefährdet ist. Gegen Tauben an Balkon und Fassade setzt die Schädlingsbekämpfung Köln von Falkor24 auf Netze, Spikes und Spanndrähte.
Stand der Angaben: 17. Oktober 2026
Quellen zu den Angaben auf dieser Seite